Waterline

Dazu habe ich im letzten Blog vollmundig mehr versprochen.

Wasserlinie.

Und dabei an unsern Fluss gedacht.
Auch wenn keine Schiffe die Birs hinunter fahren. Zumindest keine grossen.
Gummiboote manchmal. Beladen mit abenteuerlustigen Jugendlichen.
Oder Autoreifen. Bestückt mit staunenden Kindern.
Auch leere Bierflaschen schwimmen in dieser Jahreszeit zahlreich Richtung Rhein.
Und der Birshammerhai natürlich. Dieses furcht- und fantasieanregende Geschöpf.
Wird jeweils in den Monaten Juli und August des Nachts gesichtet. Zwischen Redingbrücke und Birsstegweg. Das zumindest wird von Flussfreaks hartnäckig beteuert. Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch nichts. Im Gegenteil. Böse Zungen behaupten, der Hai sei erfunden wie das Nessi, und die selbsternannten Zeugen stünden jeweils unter grappäischem Einfluss.
Wie auch immer.
Die Enten im Lauf des Flusses kennt wieder jeder.
Ebenso die Reiher und die Ratten, die im und ums Wasser auszumachen sind.
Und die Taucherli natürlich, Kopf und Rumpf fast immer im Nass verborgen.

Nur auf die ganz grossen Schiffe, auf die mit der Wasserlinie, wartet man vergebens.
Kein Wunder bei diesem Bächli.
Meinen einige etwas abschätzig.
Die aber haben nichts begriffen.
Denn das Bächli lockt die ganz grossen Gefühle.
Obwohl es klein ist.
Steht man auf der Redingbrücke, steht man am Tor zur Welt.
Das geht auch ohne Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Fähren.

Freiheit, Weite, Abenteuer.

Hamburg, Rotterdam, Genova.
Kein Vergleich zu hoch gegriffen.
Zumindest mir.

Das Herz weit.
Die Seele fliegend.
Wie die Möwen.
Ohne Ziel.
Einfach Sein.
Und alles möglich.

Lieber Fluss, für all dies sei dir von Herzen gedankt!